Eine Sonate fürs Arrachera

Kind am Buddelkasten Sonata, Lomas

Sohnematz steigt in den Buddelkasten

Arrachera ist ziemlich sicher mein Lieblingsessen in der mexikanischen Küche. Insofern war es recht praktisch, dass Gaby und Alejandra für unser erstes Treffen die Sonata in Lomas vorgeschlagen haben, wo es einen Spielplatz mit Buddelkasten und Klettergerüst für die Kinder und haufenweise Restaurants drumherum gibt, wie unter anderem die Arrachería, deren Name ja schon andeutet um was es den Jungs da geht. Noch dazu liegt sie eben in Lomas, was für uns knappe 10min Fahrt inklusive Sicherheitschecks beim Passieren der Pforten, bedeutete.

La Arrachería, Lomas de Angelópolis

Klingt gut, klingt sehr gut!

Menü von La Arrachería

Das Menü … mit 1kg de Arrachera

Kilo de Arrachera, La Arrachería, Sonata, Lomas de Angelópolis

Ein kilo zärtestes, saftiges Fleisch für etwa 28€ an dem Tag

Nach ein wenig Spielplatz sind wir also in besagtes Etablissement eingekehrt und konnten uns glücklicherweise auf eine Bestellung von 1kg de arrachera einigen, das uns zusammen mit nopal und chile brutzelnd auf der heißen Platte serviert wurde. Netterweise ließen sich die Farfán-Mädels nicht davon abbringen uns zu dem Essen einzuzladen. Dabei wollte ich es doch andersherum machen!

Italian Coffee, Sonata, Lomas de Angelópolis

Schmackofatz mit bisken Kaffe

Davon gut gefüllt haben wir uns schnell noch beim Italian Coffee nen Becher Sahne, Zucker und Milch mit nem Schuss Kaffee drin geordert und sind zur Freude der Kinder nochmal an den Spielplatz, wo wir Erwachsenen weiter palavern konnten.

Gruppenselfie mit Gaby und Ale

Gruppenselfie mit Gaby und Ale, ermöglicht durch Deppenzepter

Cholula zum Sonnenuntergang

Sträßchen Richtung Av. de los Fresnos San Pedro Cholula

Das sind doch wieder diese Schien!

Den Großteil des 27.12. haben wir im und ums Haus, etwa im Garten oder auf dem Balkon, herumgedödelt und versucht die Kinder halbwegs bei Laune zu halten.

Aufstieg durch die Zona Arqueológica de Cholula

Ich keuche schon beim Ansehen dieser Stufen

Am Nachmittag dann wollten meine Eltern Nägel mit Köpfen machen und haben vorgeschlagen nochmal nach Cholula zu fahren. Myriam ist mit dem Sohnemann im Haus geblieben, während das Töchterlein und ich mit sind.

Popocatépetl von der Zona Arqueológica Cholula aus gesehen

Das Lightroom-Dehaze ist gar nicht so schlecht!

Zunächst sind wir diesmal nachdem das Auto am zócalo abgestellt wurde auf die Pyramide hochgestiegen. Zumindest wir Erwachsenen. Lily saß bis zum halben Weg auf meinen Schultern, hatte dann aber trotzdem das Gefühl etwas bewerkstelligt zu haben und flüsterte auf der Plattform zwischen Kirche und erster Treppenstufe „Geschafft!“.

Brandrodung in Puebla

I was gonna go to class before I got high

Aufstieg zur Iglesia de Nuestra Señora de los Remedios

*keuch* diese Stufen ey

Iztaccíhuatl von der Zona Arqueológica Cholula aus gesehen

Izta ist da

Kolibri in der Zona Arqueológica Cholula

Bäster Piepmatz

Den Rest des Weges hat sie dann Matthias getragen, weil ich von der Seite über die Mauer guckend eine ganz nette Perspektive auf die voladores auf dem Platz unten entdeckt hatte und sich herausstellte, dass wenige Meter vor uns auch noch ein schicker Kolibri in den orangen Blumen saß, der anscheinend wusste, dass ihm dort keiner was kann.

Voladores in Cholula

Voladores vorm Absturz

Entsprechend frei war ich dann weiter zu fotografieren und zu filmen. Etwa die Avenida de Los Fresnos herunter, auf der die Bahn entlang fährt oder einfach die ganzen Dächer, die hauptsächlich utilitär zum Wäschetrocknen oder einfach als Müllhalde verwendet wurden.

Kirche in San Pedro Cholula

Kirche 239

Andere Kirche in San Pedro Cholula

Kirche 240 in Cholula

Baum mit roten Blüten und Halbmond in der Zona Arquológica de Cholula

Ja das hat doch mal was

Noch eine andere Kirche in San Pedro Cholula

Kirche 241 in Cholula

Von der Kirchenmauer aus hatte ich mir eigentlich erhofft einen Zeitraffer der Vulkane schießen zu können, sodass man den Popo seine Wölkchen hätte spucken sehen können. Mit viel Glück vielleicht sogar eine große, fette fumarola. Jedoch war es inzwischen so diesig, dass man die Vulkane im Seitenlicht kaum erkennen konnte. Der Plan hatte sich also erledigt.

Die Bahnstrecke Puebla - Cholula

Da fährt die Bimmelbahn … allerdings nicht besonders oft

Trotzdem hat man natürlich von oben nochmal eine bessere Sicht auf Cholula und kann auch super Richtung Zentrum Puebla gucken, wo man das Riesenrad bei Angelópolis oder den Hügel La Paz sieht. Wahlweise auch Malinche weiter im Norden oder die Hochhäuser bei der Caseta Richtung Atlixco. Man hat einfach eine ziemlich gute Aussicht und wenn man beim Hochsteigen auf den Pyramidenhügel schon ins Hecheln kommt, kann man sich natürlich umso glücklicherschätzen, dass man A) noch am Hecheln ist und B) das Ding nicht erst bauen musste, um dann da hoch zu kraxeln.

Kloster des heiligen Gabriel Cholula

Kloster vom heiligen Gabriel

Dächer in Cholula

Schon witzig was außer Wasser- und Gastanks so teilweise auf den Dächern ist

Weihnachtssterne auf der Pyramide Cholula

Oh deine Oma hat einen ganz großen Weihnachtsstern? IST ER DREI VERDAMMTE METER HOCH!?

Dunst vor den Vulkanen

Ja ne, nix mit Zeitraffer. Da hilft auch der Dehaze-Schiebregler kaum.

Virgen de Los Remedios auf der Pyramide in Cholula

Ganz gut besucht, die Kirche

Der Kirche sah man auch noch die Zeichen des Erdbebens an, obwohl anscheinend relativ fix die von den Kirchtürmen abgebrochnen und heruntergefallenen Teile wieder hochgewuchtet und halbwegs an Ort und Stelle befestigt wurden. An den Kuppeln, in den Fenstern der Glockentürme und an der Nordwestmauer auf dem Weg zur Kirche hoch waren zich dicke Holzbalken zur Verstärkung eingesetzt worden und zwischen der Kuppel der Kirche und den Türmen ragte ein Baugerüst, selbstverständlich ohne Sicherung, von dem aus Mörtel und Farbe verteilt wurden.

Blick durchs Geländer Richtung Vulkane

You can tell it’s art because of the way it is

Blick von der Pyramide Cholula Richtung Puebla

Mal gen Stadtzentrum Puebla geguckt, das Regionalmuseum im Vordergrund

Hügel La Paz in Puebla

Das Hügelchen … irgendwo war doch da der Franzose von Weihnachten 2011

Hochhäuser an der Atlixcayotl

Da ist doch irgendwo Chedraui und Lomas

Sonata in Lomas

Da hat man bestimmt auch ne gute Aussicht von wech. Brauchste keine Drohne mehr

Bunter Schriftzug San Andrés Cholula

Falschrum!

Brandrodung in Cholula

I coulda cheated and I coulda passed but I got high

Relativ pünktlich etwa 15min vor Sonnenuntergang bin ich dann meinen Eltern, die mit Lily schon vorgegangen waren, nach unten gefolgt, habe viele Gelegenheiten ausgelassen die Steile Treppe hinab zu stürzen und bin dann nochmal in die Seitenstraße zur Ciudad Sagrada abgehoben, um im herrlichsten Abendlich mit der Drohne abzuheben während die anderen ein Kleid für das Kind kaufen gegangen sind.

Treppe ohne Geländer auf der Pyramide Cholula

Treppengeländer sind für Anfänger

Abstieg von der Pyramide Cholula

Der Abstieg ist exakt so steil wie er durch das fisheye aussieht. Fies für die Knie

Plattform Pyramide Cholula

Zwischendurch kann man sich auf einem ebenerem Stück Weg eine Pause gönnen und die Vulkane beschauen

Erste/Letzte Etappe Pyramide Cholula

Dann geht es weiter den steilen Weg entlang

Die archäologische Zone Cholula mit einem Stück ausgegrabener Pyramide

Am Fuß der Pyramide kann man ein ausgegrabenes, restauriertes Stück der ursprünglichen Konstruktion sehen

San Pedro vor der Pyramide im Abendlicht

San Pedro vor der Pyramide im Abendlicht

Calle 6 Norte in Cholula

Calle 6 Norte Richung Ciudad Sagrada

Tatsächlich hat es sich meiner Meinung nach bezahlt gemacht, wo ich doch so schön Kirche, Vulkane und Sonnenuntergang ins Bild bekommen habe. Als der Akku zur Neige ging, hab ich das Fluggerät wie auch am Vortag wieder zu mir geholt und die Fliegerei dann trotz Ersatzakkus beendet, zumal ich ja nicht wusste wie lange die andern brauchen würden und wir am Auto beim zócalo verabredet waren.

Pyramide und Kirche von oben

Pyramide und Kirche von oben

Virgen de Los Remedios mit beiden Vulkanen

Beide Vulkane mit im Bild

Kirche mit Puebla im Hintergrund

Kirche mit Puebla im Hintergrund, an der Mauer sieht man die Stützbalken

Dort war ich dank forschem Schrittes allerdings der erste. So konnte ich auch da nochmal die Kamera auspacken und ein bißchen in der Dämmerung knipsen. Tatsächlich ist genau als meine Eltern mit Lily neben mir eintrafen in einem Schaltkasten vor dem Auto ein Relais mit lautem „Klonk“ umgesprungen und überall um den Platz und über den Straßen ging die Weihnachtsbeleuchtung an. Zufälle gibts.

Plaza de la Concordia Cholula mit Weihnachtsbaum und Cholula-Schriftzug

Plaza de la Concordia Cholula

Lichterbögen über der Av. Morelos Cholula

Lichterbögen über der Av. Morelos Cholula

Pavillon am zócalo mit Beleuchtung

Der große Pavillon leuchtet selbstverständlich mit

Spielplatz zócalo Cholula mit Weihnachtsbeleuchtung

Der Spielplatz auch

Leuchtebogen direkt vorm Auto

Leuchtebogen direkt vorm Auto

Weihnachtsbaum an der Plaza de la Concordia

Weihnachtsbaum an der Plaza de la Concordia

Die heilige Stadt

Starterkabel an zwei Autos

Professionell verkabelt von der technischen Entwicklung

Auch für den zweiten Weihnachtsfeiertag hatten wir über meine Mutter eine Verabredung, nämlich zum Frühstück mit einigen ihrer ehemaligen Kollegen hier. Diese sollten wir im Ciudad Sagrada treffen, einem Restaurant in Cholula, jedoch bestand da ja noch das kleine Problemchen, dass das große Auto nicht startete.

Eine kleine Beifahrerin

Eine kleine Beifahrerin

La Pelota am Nordeingang von Lomas

Der „Fußball“

Hilfsbereit wie die Mexikaner nun einmal sind, kam deswegen noch vor der anvisierten Abfahrtszeit morgens Juan Felipe zu uns nach Lomas, bewaffnet mit Starterkabel und seiner beschwingten Art und hat von seinem Auto aus den Minibus gestartet, damit wir wieder alle zusammen in einer Karre reisen konnten. Das Töchterlein hat seinem Opa wieder die Beifahrerin gemacht, nur leider sind ihre Arme etwas kurz das für die Navigation abgestellte iPad in scharfen Kurven aufzufangen.

Fahrradfahrer neben dem periférico anillo Puebla

Einer, der sich abrackert

Auf der Fahrt Richtung recta a Cholula auf dem periférico konnten wir wieder die für uns neue Fahrradspur beobachten, auf der tatsächlich ein paar Arbeiter und eine sportlich in Fußballtrikots gekleidete Familie auf ihren Mountain Bikes unterwegs waren. Für andere Typen von Rädern eignen sich die Straßenbeläge hier ja eher nicht.

Straßenbelag auf dem periférico anillo Puebla

Orangenhaut

Malinche und La Paz vom periférico aus

Malinche und La Paz vom periférico aus

Iztaccíhuatl vom periférico aus

Izta vom periférico

Schild zur recta

Bei der Ladungssicherung lässt Final Destination grüßen

So wie sich eigentlich auch der periférico streckenweise dank Rissen, baches und Flicken nur für gelängegängiges Gefährt mit frischen Stoßdämpfern und wenig gefahrenen Reifen eignet. Obwohl dort auch 90km/h erlaubt sind bewegt sich der Pulk eher zwischen 60 und 70. Eher unüblich für Mexiko, wo die Leute nett, einladend und hilfsbereit sind … bis sie ins Auto steigen und zu reuhelosen Rasern und Dränglern werden, wie bei uns die Landeier.

Schriftzug San Andrés Cholula

Ah … ja, da wollen wir hin

Straße in Cholula mit Popocatépetl im Hintergrund

Popo macht der Ampel Dampf

Pyramide Cholula mit Iztaccíhuatl

Eine Kirche!

Straße in Cholula mit Parkverbotsschildern

Nicht parken, nicht parken, nicht…

Tattoo und Piercing

schnelle Tattoos und Piercings aus dem Schlafzimmer

Mann zieht Karren mit Möbeln

Einer schindet sich ab mit seinen Ikea-Einkäufen

In Cholula waren an einer der Partystraßen quasi noch die Bürgersteige hochgeklappt, die sicherlich den Großteil der Nacht vorher gut in Benutzung waren. Also zumindest, falls nicht alle noch bei der Familie zum Weihnachtsbesuch waren.

Eingangsschild Ciudad Sagrada in Cholula

Ja, so sieht das aus

Ganz in der Nähe der großen Pyramide mit der Kirche drauf sind wir zum Ciudad Sagrada eingebogen, wo der Valetservice den Wagen übernommen hat. Dummerweise hatte Matthias vorm Aussteigen den Motor ausgeschaltet, sodass der überraschte Herr vorm servicio auch nur den ratschigen Starter zu hören bekam und wir noch ein mal Felipe heraus bitten mussten, auf dass er Starthilfe gibt.

Omelett mit Huitlacoche

Omelett mit Maisschimmel

Chilaquiles

Chilaquiles mit Arrachera! Super Kombination

Waffeln

Wir brauchen Waffeln, viele Waffeln

Währenddessen haben wir schon mal schöne Sachen für ein spätes Frühstück bestellt. Unter anderem Chilaquiles, auf die wir längst mal wieder Lust hatten. Praktischerweise hatten die als Beilage glatt noch Arrachera mit dabei, was man in Deutschland natürlich auch vermisst. Dabei halten wir uns doch für so ein gekonntes Fleischesservolk!?

Straße beim Ciudad Sagrada mit Minibus

Startflughafen

Minibrücke mit Schienen

Hätte ich einen Zug auf Schienen, würde ich ihn Charlie nennen

Vulkane in der Mittagssonne

Vulkane in der Mittagssonne

Kirche mit Popo

Kirche mit Popo, also eigentlich Santuario de la Virgen de los Remedios mit „rauchender Berg“

Mein Omelette mit Huitlacoche, einem Maispilz, war hingegen etwas kühl und enttäuschend. Gut, dass ich bei den Chilaquiles mit Arrachera mitessen durfte.

Bunte Häuser in Cholula

Bunte Häuser in Cholula und Kloster des heiligen Gabriel

Weil die Kinder schon langsam hibbelig wurden, sind wir vor den anderen aus dem Restaurant und ich habe die Gelegenheit genutzt in der wenig befahrenen Straße endlich mal richtig mit der Drohne abzuheben. Obwohl das Licht gegen Mittag natürlich etwas grell und flach war, war die Luft immerhin relativ klar, ohne viel Asche oder Diesigkeit, die ja gerne nachmittags mal einsetzt. Schon praktisch, so die Kirche und Vulkane von oben und zusammen zu sehen, ohne hechelnd da hoch laufen zu müssen.

Offene Oberleitung auf dem Gehweg

Kribbeldraht

Einen kurzen Flug später habe ich das feine Spielzeug dann wieder zu Boden geholt, das just beim Landeanflug die Fernbedienung wegen geringem Akkustands piepsen ließ. Dabei soll die neue Mavic doch angeblich 30min. Flug schaffen!? Als nächstes wollten wir mit den anderem zum zócalo spazieren, haben dabei wieder hahnebüchene Elektrik-Installationen mit Kitzeldraht auf Augenhöhe gesehen und sind am Fuß der Pyramide entlang an den ganzen Läden der „Hauptstraße“ vorbei.

Seitenstraße beim Ciudad Sagrada

Klingt beides nicht schlecht, aber sieht nicht so wirklich vertrauenserweckend aus

Av. Morelos in Cholula

„Hauptstraße“ Avenida Morelos

Schriftzug San Pedro Cholula

Immer muss da irgendwer davor sitzen!

Ein Hinterhof an der Av. Morelos

Ein Hinterhof an der Av. Morelos, wird bestimmt auch maln nettes Hotel

Ecke vom Zócalo San Pedro Cholula

Zoggerloh

Auf dem zócalo fand sich tatsächlich ein ziemlich großer, bunter Spielplatz mit Tischen und Stühlen in der Mitte für die Eltern. Sehr praktisch mit den Kindern. Dumm, dass gerade der mittlere Teil komplett abgesperrt war, weil er neu gestrichen wurde, aber auch so waren mehr als genügend Klettergerüste für alle vorhanden.

Bunter Spielplatz am zócalo San Pedro Cholula

bunt und rund

Picknicktisch am Spielplatz

Fehlt nur Steckdose und WLAN

Malerarbeiten

Malerarbeiten

Außerdem hatte man von der Südwestseite des Platzes aus eine ganz nette Aussicht auf die Vulkane.

Izta in klar vom zócalo San Pedro Cholula

Izta in klar vom zócalo San Pedro Cholula

Izta mit Weihnachtsbaum vom zócalo San Pedro Cholula

Izta mit Weihnachtsbaum vom zócalo San Pedro Cholula

Popo vom zócalo San Pedro Cholula

Popo vom zócalo San Pedro Cholula

Wegen der Trockenzeit wurden die umgebenden Rasenflächen von wahrscheinlich grade so an der Armutsgrenze bezahlten „Gärtnern“ ordentlich unter Wasser gesetzt. Evlt. Damit sie endlich mal ihre Lektion lernen. Einen Golfrasen hätte man danach als Hüpfburg benutzen können.

Wässerung der Wiese am zócalo San Pedro Cholula

Plitscheplatsche

Vom angrenzenden Bücherbasar kam Musik herüber geballert, wie es sich für Mexiko gehört. Unter anderem „Amadeus“ auf Spanisch. Auch interessant.

Bücherbasar am zócalo San Pedro Cholula

Ob die auch „Mi Lucha“ haben? Von Adolfo Ítlero Gonzales Torres?

Da auch die verblienen Kollegen Juan Carlos und Sergio langsam zu ihren Familien zurück mussten und es uns natürlich auch langsam etwas warm und anstrengend wurde, haben wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz gemacht.

Chapulines im Eimer auf der Av. Morelos

Chapulines und so Zeug

Fürs Töchterlein gab es noch eine große paleta (Eis am Stiel) de fresa, mit der sie dann so ziemlich den ganzen Rückweg beschäftigt war und wir haben uns beim Zurücktrotten schon mal ein wenig nach Mitbringseln in Form von Kleidung für uns umgeschaut, während Verkäufer für Chapulines, Nüsschen und Beeren mit schwer beladenen Eimern an uns vorbei sind.

Bahnhof San Pedro Cholula

Wie kommt der denn da hin?

Zurück am Fuß der Pyramide hatte uns dann etwas der scheinbar neu hinzukommene Kopfbahnhof für eine uns bislang unbekannte Bahn überrascht. Diese fährt anscheinend vom Zentrum von Puebla bis zur Pyramide Cholula, ist aber laut Alejandra nicht sonderlich flott, dafür aber auch nicht komfortabel, sondern gedrängt und stickig. Idealerweise fährt man lieber Auto oder zur Not mit dem Bus. Und wenn der schon mehr persönlichen Freiraum mit sich bringt und besser belüftet ist, dann muss das ganz schön was heißen.

Eingang Untergrund Zona Arqueológica Cholula

Unterwelten oder so

Die nächste Überraschung kam ein paar Meter weiter, wo hinter einer modern gehaltenen Glaskabine mit Ticketschalter ein Eingang scheinbar unter die Pyramide führte. Sah zwar interessant aus, aber da wir ja zurück wollten und sich dort schon eine ziemlich lange Schlange staute, haben wir den links liegen lassen.

Regionalmuseum an der Zona Arqueológica Cholula

Regionalmuseum

Stattdessen sind wir noch auf den Balkon des Regionalmuseums, das sich auch auf dem Gelände der Pyramide befindet und eine ganz nette Aussicht über die Stadt bietet, wenn auch nicht so hoch wie die von der Kirche auf der Pyramide selbst.

Terrasse des Regionalmuseums Cholula

Platz für genug Grillequipment

Hügel La Paz in Puebla

Hügel La Paz in Puebla

Casa de Frida Restaurant Cholula

Anscheinend ein gut bewertetes Restaurant

Schriftzug San Pedro Cholula und Kirche Parroquia de San Andrés Apostol

Eine von 1000 Kirchen in zwei Kilometer Umkreis

Malinche vom Museo Regional aus

Achja, den Vulkan gab es ja auch noch

Danach ging es per recta und periférico wieder zurück nach Lomas, wo abermals abends als die Kinder im Bett waren Marco Polo auf Netflix angehauen wurde, während ich nebenher zu Bier und Mezcal Fotos importiert und Musik gemacht habe.

Starthilfe auf dem Parkplatz

Noch ein mal Starthilfe, diesmal von Sergio

Pyramide vom Parkplatz aus

Pyramide vom Parkplatz aus

Recta a Cholula

Komm schnell zurück nach Cholula

Da brat mir doch einer ne Gans

Obstsalat in Lomas

Schmackofatzofrühstück

Zum ersten Weihnachtsfeiertag waren wir bei Doris nach El Cristo eingeladen. Doris hatte schon lange im Voraus angekündigt, dass es an dem Tag bei ihr einen Gänsebraten mit Klößen geben würde, was natürlich gut zu Weihnachten passt, auch wenn es warm und sonnig ist und wir haben uns schon gefreut wieder mal ins fraccio zu fahren, wo wir uns ja auch schon mal eingelebt hatten und irgendwie zuhause fühlten.

hot cakes

Aunt Jamima’s gute Pannekoeken

Bacon in der Pfanne

In Mexiko lebt man wie Gott in Frankreich

Also wollten wir uns am Nachmittag des 25.12. über den alten Nachhauseweg von der Planta über die Atlixco cuota mit ihrer Aussichtsplattform und der schönen Sicht auf die Vulkane dort hin begeben. Nur leider gab es ein Problem. Wie auch am Vortag wollten wir im Minibus meiner Eltern fahren, weil sich dass als praktisch erwiesen hatte. Dieser wollte jedoch nicht anspringen. Nachdem die Kinder sicher in ihre geliehenen Sitze gesetzt und angeschnallt waren stellte sich heraus, dass anscheinend über Nacht die Batterie den Geist aufgegeben hat, was sich durch einen aggressiv knatternden Starter ohne Zündgeräusch bemerkbar machte, welches dem Töchterlein direkt mal einen kleinen Schrecken eingejagt hat.

 

Atlixco cuota

Brumm, Autopiste

In Mexiko muss man mit sowas wohl rechnen, hatten wir schließlich in BCS auch schon erlebt, wo wir uns auf dem Rückweg aus San Carlos zweieinhalb Stunden lang auf der Landstraße in der Dunkelheit stehend mit einer dämlichen Hotline von Europcar und einem genauso dämlichen Entsandten derer rumschlagen mussten, bevor wir die restlichen vier Stunden Weg zum Hotel in einer anderen Schrottkarre zurücklegen durften.

Balken über der Atlixco cuota

Olle Balken, kennwa

Pepsilaster auf der Atlixco cuota

Kiste Pepsi

Da ist es schon angenehmer, wenn das Auto am sonnigen Nachmittag in Lomas nicht angehen will und man noch einen Zweitwagen (unseren gemieteten VW Vento) zur Verfügung hat. Da passen nur leider keine vier Erwachsenen und zwei Kinder rein, wie in den Toyota. Also mussten wir uns aufteilen, meine Eltern ins Taxi und wir in den Vento.

Popocatépetl

El Popo wie er leibt und lebt

Hügel östlich von Atlixco

Die waren doch mal saftig grün

Rauch zwischen Häusern und Feldern

I was gonna finish my house, but then I got high

Myriam fährt schon länger und allein dadurch auch besser als ich, hat abseits davon vermutlich auch das bessere Temperament fürs Autofahren und musste somit ans Steuer, mit Lily als Beifahrerin, während Joni und ich uns wie schon auf dem Weg vom Flughafen auf die Rückbank sortiert haben. Das hat immer den Nachteil, dass Joni schnell ungehalten wird und schreit was das Zeug hält, weil er es in der Babyschale oder in diesem Fall dem Babysitz, doof findet und ich ihn nicht wirklich trösten kann. Im Gegenteil, sobald ich ihn angeschaut habe, hat er meistens noch stärker angefangen zu schreien und zu weinen. Papa ist halt doof.

Poster mit Werbung für Baja California

Joar, da könnte man auch nochmal hin

So sind wir also mit lauthals schreiendem Kind den Hügel mit Steinbruch zwischen Puebla und Atlixco hoch, an einem sich an der Plankgrenze entlang langsam bewegenden, von Heisenberg quasi als nicht detektierbar beschriebenen, Pepsilaster vorbei, dessen Motorleistung definitiv nicht für die Hochlandstraßen gemacht war und dann die lange Rampe ins tiefer gelegene Atlixco runter, auf der man kein Gas geben braucht und streckenweise schön auf Izta und Popo gucken kann.

Libre Atlixco Izucar

Einflugschneise

Popo und cerrito Atlixco

Wenn nur nicht immer diese Stromkabel wären

Natürlich ist das ganze nochmal schöner, wenn man kurz vor sechs dort entlang rollt, während die Sonne hinter dem linken Fuß des Popos untergeht und ihr Licht idealerweise durch Dunst und Vulkanasche gestreut und rötlich gefärbt wird während man über die silhouettierten Hügel der tierra caliente schaut, but oh well.

Schild: Schalldämpfer erforderlich

Nur mit Schalldämpfer knattern

Gartengeschäft am Straßenrand

Kein Heckendino mehr da 🙁

An den Seiten der cuota wurde natürlich wieder kräftig gekokelt, sprich Felder brandgerodet, sodass wir nicht nur eine große Rauchfahne in der Ferne sehen konnten, sondern der Popo sich in guter Gesellschaft wusste. Das Leben ist ein Fraktal … oder so.

Eingangsschild: El Cristo

Jesuf Christoph oder so lol

Die älteren Semester

Wir wurden verfolgt

Etwa eine halbe Stunde haltloses Geschrei, Schnodder und Tränen später waren die Ohren nicht nur durch den Höhenunterschied leicht taub und wir am Eingang angekommen. Hinter uns ein Taxi, in dem, Überraschung, meine Eltern saßen!

Auch zwischen Bäumen schön: Popo

Auch zwischen Bäumen schön: Popo

Die vigilancia ließ sich bei weitem mehr Zeit, als in Lomas, um zu kontrollieren wer da so in den Golf Club hinein möchte. Obwohl wir wohl durch Doris angekündigt waren, dauerte es noch eine ganze Weile bis wir passieren durften und Joni sich seinem Ziel näher wusste. Überhaupt gar nicht anstrengend, mit einem verzweifelt schreiendem Kind hinten im Auto zu warten.

Lesebereich am Eingang

Lesebereich am Eingang

Dafür waren wir wenige Minuten später an Doris‘ hübsch mexikanisch gehaltenem, aber doch von innen hellem Haus angekommen wo sich die Lage natürlich schnell entspannte, sobald der Sohnemann bei seiner Mutter war.

Joni bei Mama

Lass mich nie wieder mit diesem Kasper auf dem Rücksitz allein!

Doris hatte uns schon längst erwartet und wusste wohl noch nichts von Beschwerlichkeiten mit dem Fortbewegungsmittel, dank Highspeed-Internet von Telcel, was Whatsapp-Nachrichten anscheinend erst dann überträgt, wenn man sich im 5m-Umkreis des Empfängers befindet. So ist man schon drauf eingestellt von der entsprechenden Person was zu hören. Meine T-Mobile-SIM aus den USA hat da etwas besser funktioniert, obwohl sie das selbe Netz zum Roaming nutzt.

Doris holt ein Glas

Doris holt ein Glas

Entsprechend wurde sofort mit dem Auftischen des Festmahls begonnen, welches wir uns gut schmecken ließen.

copa artesanal

copa artesanal

Doris holt Klöße

Doris holt Klöße

Im Anschluss haben wir es uns auf der Veranda gemütlich gemacht während die Kinder sich ein wenig den Garten angesehen haben.

Über die Gartenhecke geguckt

Über die Gartenhecke geguckt

Auf der Laterne hinter der Gartenhecke ließ sich einer der flatterhaften Kardinale lange genug nieder, dass ich meinen 2x-Telekonverter hinter das 70-200er klemmen und ihn fotografieren konnte, entgegen meiner damaligen Versuche mit der Russentonne, die anscheinend so furchteinflößend aussieht, dass die kleinen Viecher sofort die Flucht ergriffen haben, wenn diese auf sie gerichtet wurde.

Vogel Kardinal

Der Herr Kardinal: Ein Arschloch

Orange Blüten am Baum

Orange Blüten am Baum

Der alten Zeiten willen und auf Myriams Andrängen hin haben wir mit den Kindern noch einen Spaziergang entlang des Randes von El Cristo begonnen ohne so richtig auszuformulieren wie lange oder weit oder wo hin wir gehen wollten.

Haus zum Verkauf in El Cristo

Nette Bude, für rund 865.200€ gelistet, vielleicht sollten wir ein Angebot abgeben?

Letztlich führte unser Weg bis zum alten Haus meiner Mutter und dem ihrer Nachbarn, den Liebermanns. Wohingegen in letzterem tote Hose war, wurde in ersterem eine große Weihnachtsparty gefeiert, welche sich laut Doris in eine lange Reihe aus Parties in dem Haus eingliedern kann.

Casa Liebermann

Casa Liebermann

So vom Ehrgeiz gepackt fiel uns der Rückweg umso schwerer, zumal das Töcherlein keine Lust mehr hatte auf meinen Schultern zu sitzen, es inzwischen dunkel war und ich auch eigentlich keine Lust hatte sie den ganzen Weg zurück auf dem Arm zu tragen, der mir danach wohl abfallen würde. Außerdem wären wir natürlich gerne einfach wieder im paseo del cristo 814 eingezogen, statt als Fremde wieder von dannen zu ziehen.

Paseo del Cristo 814

Paseo del Cristo 814

Mit einem nörgelnden Kind an Myriams Hand und einem fertigen auf ihrem Rücken haben wir den etwas bedrücklichen Weg hinter uns gebracht und Doris und meine Eltern, die wir bei Kaffee und Stollen verlassen hatten, bei Tequila und Zigarette wieder vorgefunden.

Olle Mauer in El Cristo

Olle Mauer in El Cristo

Weil die Stunde langsam spät und die Kinder müde waren, haben wir uns kurz später schon ins Auto gesetzt, bzw. meine Eltern von Doris ein Taxi rufen lassen und haben dankbar und müde die Heimfahrt angetreten. Leider hatten wir die Rechnung ohne die Mexikaner gemacht, die am nächsten Tag schon wieder arbeiten oder zumindest daheim sein mussten und sich ebenfalls am Abend des 25. in Richtung Puebla begeben haben.

Tequila Centenario Reposado

Jornich so schlecht, kann man durchaus trinken

Jene stauten sich nämlich schon mehrere Kilometer vor der caseta auf der cuota zurück, wodurch wir noch etwa eine Stunde mit durchgängig schreiendem Joni da hin gekrochen sind, während neben uns die ganze Zeit die ebenfalls in Lomas befindlichen Sonata-Türme und ihre Hochhausnachbarn hämisch über uns trumpften. So nah dran und doch ewig weit entfernt.

Immerhin hat das Auto fein durchgehalten, im Gegensatz zu einigen unserer Stau-Nachbarn und wir konnten kurz hinter der caseta den komischen Quatsch mit kurz auf den periférico rauf einreihen und dann direkt wieder herunter fahren machen, um dann wieder ordentlich durchgestresst in Lomas anzukommen, wo ich mir erstmal ein Bier geöffnet habe nach dem ganzen Gejaule.

Meinen Eltern, die wenig später ankamen, war es auch nicht besser ergangen. Als nämlich deren Taxifahrer den Stau bemerkte hat er, estilo mexicano, auf der Autobahn gewendet, ist nach Atlixco zurück und dort auf die staatliche Fernstraße, die libre, gefahren. Diese ist allerdings wie üblich alle paar Meter mit topes gesäumt, die teilweise dank ihrer Form, teilweise dank Höhe oder einfach durch fehlende Markierung Fahrer und Fahrzeug, bzw. in diesem Fall auch die Insassen fordern. Jenes Problem ist der Taxifahrer angegangen, indem er einfach wie von der Tarantel gestochen beschleunigt und kurz vor jedem Tope wieder abgebremst hat.

Das ist speziell als psychologische Folter wirksam, weil die meisten Taxis im Hochland lediglich für den Fahrer einen Sicherheitsgurt besitzen und sonstige im Fahrzeug befindliche Personen auf ihre Reflexe oder eventuelle Airbag-Implantate angewiesen sind.

Den Abend beendet haben wir dann abermals mit Marco Polo auf Netflix und ein paar mehr Bier, Wein und Mezcal.

Navidad

Malinche hinter Puebla

Malinche noch da? Check

Popocatépetl hinter Puebla

Popo raucht noch? Check

Am tatsächlichen Weihnachtstag, also naja, dem in der Heimat, sind wirs wieder ganz ruhig angegangen, weil wir ja schon vorgefeiert hatten und somit nicht viel zu tun war. Nach dem Aufstehen bin ich eine kurze Runde Drohne aus dem noch kalten Garten geflogen, während in der Küche von Töchterlein und Opa arme Ritter produziert worden.

Arme Ritter

Komische Pfannkuchen

Der Kolibri zeigte sich für sein Frühstück auch wieder im Garten und ich konnte trotz verhältnismäßig wenig Licht ein Foto von ihm auf dem Zaun über der Gartenmauer schießen.

Kolibri auf dem Zaun

Isn?

Als im Verlauf des Vormittags die Laune langsam sank, sind wir nochmal zu dem Mini-Spielplatz, nicht zuletzt auch, um unseren virtuellen Adventskalender mit Kinderbildern für die Verwandschaft zu hause zu komplettieren.

Weihnachtsstern, Tochter, Frau

Gar nicht mal so klein

Auf der Straßenseite gegenüber fand sich mal wieder einer von den hier ziemlich groß wachsenden Weihnachtssternen. Ist ja auch kein Wunder, kommt die Pflanze doch hier aus der gröberen Gegend („Der Weihnachtsstern hieß bei den Azteken Cuetlaxochitl (eigentlich cuetlax-xōchitl, Leder-Blume) „) und wurde von Alexander von Humboldt mit zu uns rüber geschleppt.

Hund auf der Wiese

Chill, dawg

Am Spielplatz fanden wir diesmal einen an eine der Sitzbänke angeleinten Hund, der vermutlich zu dem großen Haus dahinter gehört und sich da ganz wohl zu fühlen schien. Wahrscheinlich ist das öfter sein Wochenendprogramm. Kann man nix sagen, wenn man überlegt wie Hunde hier sonst teilweise leben.

Müll unter der Rutsche

Mehh

Neben den eigentlichen Adventsfotos musste ich diesmal aber auch noch den Müll auf dem Spielplatz etwas festhalten. Es war zwar nicht so sonderlich viel, aber trotzdem irgendwie pfui und verwunderlich, befindet sich der Spielplatz schließlich in einem fraccio innerhalb eines fraccios und ist umgeben von Privatgrundstücken, von denen viele ein eigenes Klettergerüst im Garten stehen haben. Man würde also etwas Verantwortungsbewusstsein erwarten.

Müll unterm Klettergerüst

Mehhhhh

Den Nachmittag haben wir dann einfach wieder herumgelümmelt, bzw. habe ich mich für ein Weilchen zum Aufwärmen und Musik basteln auf den Balkon verkrümelt.

Balkon in Lomas

Da lässt sich gut sitzen

Zum Abendbrot sind wir dann im Minibus zur Estancia de Argentina gefahren, wo wir 2012 unseren Abschied gemacht haben, um ein schönes Steak zur Weihnacht zu mampfen.

Estancia de Argentina

Estancia de Argentina

Dort gibt es anscheinend auch einen Kinderbereich, der etwas abseits liegt und wo ein paar junge Damen auf die Krawallmacher aufpassen. Außer dem hiesigen Klassiker „Fernseher auf voller Lautstärke“ gab es tatsächlich auch Schminken, Duplo-Imitat und ein Indoor-Klettergerüst mit Bällebad unten drin.

Klettergerüst in der Estancia de Argentina

Nit schlecht

Speziell in letzterem fühlte sich Joni sehr wohl und die Kinder haben sich ein Spiel draus gemacht, dass Joni alle Bälle rausgeschmissen hat und Lily der Sisyphosaufgabe nach ging, die ganzen Dinger wieder zurück ins Bällebad zu befördern.

Negra Modelo

Kann man gut machen

Ojo de Ribeye

Ojo de Ribeye in baby

Währenddessen gab es am Esstisch ein paar Meter weiter ein schönes Negra Modelo für mich und ein beschauliches, kleines 300g Ojo de Ribeye für den untrainierten Magen. Wie gewohnt war das Steak super zart und lecker, eben das Markenzeichen eines argentinischen Steakhauses. Und mehr als genug war es auch.

Weihnachtsbaum an der Atlixcayotl

Subtil is dit Fremdwort

An ein paar dezent blinkernden (*ahem*) Weihnachtsbäumen vorbei gings zurück nach Lomas.

Atlixcayotl

Atlixcayotl

Dort sind wir noch eine Runde Weihnachtsfiguren gucken gegangen. Leider waren aber anscheinend viele ausgeflogen zu Gottesdiensten und Familienfeiern, sodass in der Tat weniger Figuren aufgeblasen und viel weniger Beleuchtungen angeschaltet waren, als die Tage zuvor noch.

Weihnachtsmann in Eisenbahn

Tufftuff

Weihnachtsmann im Flugzeug

Propeller ist schneller

Der Eingang zum fraccio

Der Eingang zum fraccio

Der Schneemannkopf zwei Häuser weiter

Der Schneemannkopf zwei Häuser weiter

Weihnachtsdino

Weihnachtsdino mit Mäusen und Pinguin

Töchterlein im Weihnachtsmannkostüm

Töchterlein im Weihnachtsmannkostüm

Leuchtendes Haus

Subtiiiiil

Immerhin das Haus nebem dem Spielplatz, zu dem wohl der Hund gehörte, hat genug für drei Häuser geleuchtet und hatte sogar blinkende Palmen und Bäume zu bieten.

Pinguinrutsche mit Weihnachtsmann

Wat ein Quatsch

Weihnachtsmannschlitten

Nach Kopfkino: Kopfdisco

Auf dem Weg zurück zum Haus hatte ein Weihnachtsmann ne regelrechte Disco im Kopf, welcher die ganze Zeit bunt aufblinkte und waberte.

Olaf

Olaf

Direkt bei uns um die Ecke wurde sogar der Fenstersims mit Schnee aus Watte geschmückt, für das richtig authentische feeling.

Weihnachtsmannfigur

Free Hugs

Als Myriam dann mit den Kindern im Bett war, gab es für mich mal nen neuen Mezcal zu kosten und meine Mutter hat mit „Marco Polo“ das Netflix-Bingewatching für sich entdeckt.

Übersicht und Zócalo

Morgenmalinche

Morgenmalinche

Vor dem Frühstück am Tag vor Weihnachten habe ich mal den ersten Drohnenflug aus dem Garten gewagt. Ich war ja durch den Blick von den Balkons quasi angestachelt.

Kringel in Lomas

Der blöde Kringel, in den ich das erste mal falschrum reingefahren bin

Tatsächlich war trotz morgendlicher Diesigkeit ganz gut was zu sehen und es war ganz interessant den riesigen, nicht als solchen ausgeschilderten Kreisverkehr vor dem fraccio mal von oben zu sehen, in dessen Mitte alle Straßen nach Mittelmeer- oder spanischen Inseln benannt sind. Jetzt wo ich so darüber nachdenke, gab es womöglich sogar irgendwann mal Pfeile auf der Straße, die die Fahrtrichtung angedeutet haben, die aber inzwischen längst durch ewiges Reifengeratsche weg erodiert sind.

Popo und Izta mal wieder

Über dem Schleier, aber immernoch mit dem blöden Haus davor

Neben der Malinche waren auch Popo und Izta ganz gut zu erkennen, obwohl die auch hinter einem nach Vulkanstaub aussehendem Schleier steckten, im Gegensatz zum Nebel über der Stadt. Oder vielleicht war es auch einfach nur die Sonneneinstrahlung, die den gelblichen Farbton zu verantworten hatte?

neue Hochhäuser an der Atlixcayotl

Hoffentlich sind die neuen Hochhäuser auch einigermaßen Erdbebensicher

Ein wenig überrascht haben uns die neuen Hochhäuser an der caseta zur Atlixco cuota, die wir ja auch wenigstens ein halbes Jahr lang auf dem Arbeitsweg passiert haben und drumherum auch noch ein Paar Monate. Bis auf das grün-blau verglaste „JV“-Hochhaus waren die 2012 und evtl. auch 2015 grade mal in ihren Anfängen und weiter draußen an der cuota wurden auch noch weitere Türme in die Höhe gezogen, aus denen man wahrscheinlich eine genau so gute Aussicht hat wie mit der Drohne.

Draufblick auf Lomas Cluster 3-3-3

Draufblick auf 3-3-3

In meinem Bestreben ein Drohnenpanorama zu machen habe ich auch ein paar Fotos schräg nach unten auf Lomas blickend gemacht und musste im Nachhinein schmunzeln wie klein einige von den Gärten hinter den Häusern sind. Unser Garten (rosa Matte unten neben der Palme) war da noch recht geräumig, im Gegensatz zu denen am unteren Bildrand mit ihren 3x3m oder so. Aus dem Panorama ist dann jedoch nichts geworden, weil ich noch gar keine weiteren Einstellungen vorgenommen hatte und die einzelnen Fotos somit von der Belichtung her gar nicht zusammengepasst haben.

Opa mit Kinderinstrumenten

Tschingderassassahh und Rummtattah

Während ich so flog waren meine Eltern nochmal beim Chedraui einkaufen und haben neben Frühstück für die Kinder eine Kiste voller Instrumente mitgebracht, auf dass sie sich damit ein wenig vergnügen. Naja, hauptsächlich wohl für Jonathan, handelt es sich bis auf die Triangel um einfache Instrumente wie Maraca, Tambourin und Klangholz.

Innenansicht Toyota-Minibus

Mucho espacio und andere Seite ooch

Gen Nachmittag sind wir alle in den Toyota-Minibus gestiegen, auf den meine Eltern upgraden konnten und der dankbarerweise drei Sitzreihen mit einem Mittelgang à la Flugzeug hat. So musste ich als Fahrnovize nicht ans Steuer bei der verrückten, poblanischen Straßenplanung und dem chaotischen Macho-Verkehr und Myriam konnte trotzdem bei Jonathan sein und ihn bei Bedarf stillen. Sonst schreit er uns üblicherweise die ganze Fahrt die Ohren zu bis er selber schon völlig erschöpft ist, was allerdings gut ne Stunde oder länger dauern kann.

Fischaugansicht im Auto nach vorne

Der Papagei vom Berliner Zoo muss mit

Bewaffnet mit zwei lokalen Telcel-Amigo-SIM-Karten (Tarif: SinLimite mit ganzen 200MB Daten … grenzenlos halt) und einer US-amerikanischen T-Mobile@Work SIM hatten wir diesmal immerhin ein live Google Maps auf unserer Seite, was wir die letzten Male in Mexiko sicherlich auch gut hätten gebrauchen können. Gut, auf dem Rückweg von Valle de Bravo hätte das wohl wenig gebracht, weil in dem von hohen Nadelbäumen bewachsenen Gebirge zwischen Nevado de Toluca und Popo und Izta eh nirgendwo Empfang war, aber ansonsten hätten wir so manche Abbiegung evtl. eher erwischt.

Der Pelote am nördlichen Ausgang von Lomas

Der Pelote am nördlichen Ausgang von Lomas

So kompliziert und kurvig sollte es diesmal ja aber eh nicht werden, schließlich wollten wir nur ins Zentrum von Puebla, wo sich der artisanale (das Wort ist im deutschen einfach zu sehr belastet) Glasladen befindet, bei dem meine Mutter sich damals gut eingedeckt hatte und von dem wir dann die schönen Tequila-Gläschen mit Kakteen drin haben durften.

Periférico anillo mit Radweg in der Mitte

Periférico anillo mit Radweg in der Mitte

Beim Herausfahren aus dem Nordausgang von Lomas und der Überquerung der Brücke über die Stadtautobahn ist uns aufgefallen, dass es inzwischen einen Fahrradweg inmitten des periféricos gibt, wo vorher nur verdörrtes Gras mit toten Straßenhunden und hin und wieder ner toten Kuh war. Immerhin lobenswert, weil es auch der Fahrradfahrerei auf dem periférico selbst etwas Einhalt gebieten sollte und vielleicht der ein oder andere verrückte Wohlhabende da morgens mit seinem 2000€-Bike zur Arbeit entlang radelt, aber andererseits sich in der Sonne die teilweise extremen Steigungen hoch quälen während links und rechts auf jeweils drei Spuren Autos und schwarzen Rauch spuckende, uralte Lastwagen entlang brettern kann auch nicht so richtig erquicklich sein.

Periférico und Seitenstraße

Joar öhh, einmal nach ganz links rüber, aber in 50m kommt ein tope und paar Schlaglöcher

Trotz der Brücke hat man in Richtung Atlixco zumindest ein paar von den chaotischen Fahrmanövern zu vollziehen, um erst auf den periférico aufzufahren und dann zwei mal auf die linkeste Spur zu wechseln (extrema izquierda), um dann unter der Straße links abzubiegen, einen U-Turn zu vollziehen, sich dort einzusortieren, nochmal in Gegenrichtung alle Spuren nach rechts zu überqueren und sofort wieder rechts abzubiegen und das alles während andere genau in die entgegengesetzte Richtung alle Spuren kreuzen wollen, um wiederum ihre Ausfahrt zu bekommen. Ob es da nicht eine einfachere Möglichkeit gäbe? Unterführung? Schlaufe? Mir schauderts, wenn ich an das morgendliche Auffahren Richtung VW-Werk denke, mit dem sich meine Mutter 2,5 Jahre rumschlagen musste, welches man von links in einer Linkskurve duchzuführen hat, wo man dementsprechend genau gar nichts im Spiegel sieht, aber von 20km/h auf 110km/h kommen muss. Immerhin gibt es kein offizielles Rechtsfahrgebot in Mexiko, aber langsamer Verkehr wird doch immer wieder durch Schilder dazu angehalten auf der rechten Spur zu fahren, was meiner Meinung nach impliziert, dass man links schnell fahren könnte.

Schild Richtung Puebla Zentrum

Phew, zum Glück einfach nach rechts

Zum Glück wollten wir ja eh Richtung Zentrum, konnten also einfach rechts bleiben und mussten nicht beim waghalsigen Überholen und Einordnen in die Sitze gedrückt werden, was auch fürs Stillen im Auto nicht so praktisch ist.

Motorrad, Käfer und Bus

Ein typisches Bild im mexikanischen Verkehr

Stattdessen sind wir in die dahintrottende Welle aus nachmittäglichem Verkehr auf der Atlixcayotl eingebogen und hatten dort auch wieder gewohnte Ansichten, wie wenn wir damals nach Angelópolis ins Shoppingcenter sind oder schön Grillfleisch bei Costco geholt haben.

poblanisches Taxi und Fußgängerbrücke

Die schwarz-gelben, poblanischen Taxis, die es wohl auch in gefaket gibt, sodass man sich nach Fahrtende um Portmonee, Handy und Orientierung erleichtert findet

riesige Mexiko-Flagge

Orgullo mexicano

Hinter Angelópolis weht zwischen der Kommunalverwaltung und dem Centro Integral de Servicios eine mexikanische Flagge, die sich auf jeden Fall mit der am zócalo von Mexikostadt messen kann was Größe und Sichtbarkeit angeht. Aber ehrlich, hätte ich so eine kuhle Flagge mit einem derart metalligem Wappen, würde ich sie wohl auch ziemlich groß irgendwo hinhängen. So kann ich sie mir immerhin Dank der Mitpraktikanten damals als jorongo umhängen.

Uhrenwerkstatt

Uhrenwerkstatt

Interessanter wird es dann eigentlich wieder, wenn man von den großen Straßen abbiegt und sich an zich hundert kleinen Geschäften vorbeinudelt, die irgendwie alle mit drei Absätzen Text an der Ladenfront prahlen, die man so schnell gar nicht lesen kann.

Carnicería und Taquería "Karness Everdin"

Fleischwaren „Karness Everdin“

Am besten fand ich aber die von Hunger Games inspirierte Carnicería und Taquería „Karness Everdin“ im Erdgeschoss eines winzigen, gequetschten Wohnhauses.

Straße mit Oberleitungen in Puebla

Vogelfreundliche Bestromung

Aber auch insgesamt finde ich die Straßen, abseits von ihrem Belag voller baches, ganz interessant, eben der Architektur drumrum und damit einhergehenden Nutzungsweise geschuldet. Es ist alles etwas wuselig und improvisiert.

Lieferwagen in einer Seitenstraße

Lieferung

Man könnte sagen organisch gewachsen und evolutionär entwickelt.

Verkehrspolizei

Der müde Arm des Gesetzes

Blick Richtung zócalo

An Kirchen fehlt es nicht

Um die Ecke vom Glasladen gab es auch gleich mal einen unbezahlten Parkplatz am Straßenrand, von dem man auch noch eine ganz nette Sicht die Straße herunter Richtung Kathedrale und zócalo hatte.

Nochmal Blick die Straße runter, mit Zoom

Zooom

Frau mit Kind Nr. 2 in der Trage

Auf dem Weg zum Glasladen

Wir sind aber erstmal in die andere Richtung abgebogen, um nach Jahren mal wieder nach den schicken Gläschen zu schauen.

Der Glasladen von der Straße aus

Der Glasladen

Für mich war es das erste mal, dass ich tatsächlich mit zum Laden bin. Bislang hatten da nur Eltern und Frau eingekauft und ich von den Ergebnissen profitiert.

Gläser im Glasladen

Durchblick

Ich war ein wenig enttäuscht, dass man im Laden nicht fotografieren darf, dabei wollte ich natürlich auch ein paar der netten Gläschen zeigen. Kurz später hatte ich mich damit abgefunden eben nur ein Foto der Ladenfront zu zeigen und den Rest zu beschreiben, aber letztlich habe ich dann doch mal gefragt was es mit dem Verbot auf sich hat. Schließlich wäre es ja auch Werbung, wenn die üblichen Kunden nette Glasdesigns auf ihren sozialen Netzwerken teilen und damit vielleicht andere zum Kauf ermutigen.

Glasladen von innen 2

Frau sitzt mal kurz

Das Problem sei wohl aber, dass einige Leute Detailaufnahmen von den Gläsern machen und dann das Design einfach in ihrer China-Knock-Off-Bude drei Dörfer weiter als lokale artesanía verkaufen, was selbstverständlich nicht nett ist. Schlussendlich ermutigten mich die beiden netten Damen hinterm Tresen aber gerne ein paar Übersichtsfotos zu schießen.

Mural en Puebla

Mural

Myriam hatte derweil ein paar Trinkgläser mit eingearbeiteten blauen und lila Streifen herausgesucht, meine Mutter hatte Lily vorgeschoben, um ein kleines Kännchen auf den Tresen zu stellen und mich hatten ein paar Mezcal-Jícaras angesprochen. Die normalen, geriffelten sehen irgendwie immer speckig und nach Dritte-Welt-Land aus, aber vielleicht assoziiere ich das nur wegen Filmen wie Salvador oder Under Fire so. Nur die schönen Tequila-Gläser mit einer kleinen, grünen Agave am Boden haben wir nicht wieder gefunden. An ihrer Statt fanden sich kleine Tequila-Gläser mit rotem Rand und einer chile am Boden.

karger Mittelstreifen in der Trockenzeit

Trockenzeit

Nun kann man natürlich sowieso nicht beliebig viel Glaswaren in den Koffer packen, auch wenn meine Mutter schon einen Extra-Koffer genau für Mitbringsel besorgen wollte und wir hatten schon mehrere Kilo davon beisammen. Also habe ich mich für die Mezcalgläser entschieden, denn für Tequila haben wir ja immerhin noch die Kaktusgläser daheim in der Vitrine. Nachgefragt habe ich aber trotzdem nochmal. Man muss ja auch für solche Situationen mal sein Spanisch schärfen. Tatsächlich würde es nach den Weihnachtsfeiertagen, respektive schon am 26.12. wieder die Gläser mit Agave geben und wir sollten einfach nochmal vorbei kommen.

Auf dem Weg Richtung zócalo

Ab ins Zentrum

Das hat uns dann noch in ein recht nettes Gespräch gebracht und die Damen erinnerten sich wohl sogar an meine Eltern und dass sie vor ein paar Jahren schon mal da waren. Weißnasenbonus. Da stechen wir wohl aus der Masse. Das Tolle ist nämlich, dass die ganzen handgemachten Glassachen für unsere Verhältnisse kaum etwas kosten.  Insgesamt haben wir 490$ MXN bezahlt, was bei dem Tageskurs knappe 20€ waren. Und nun hätten wir tatsächlich noch ein paar Tage Zeit nochmal da hin zu fahren. Wohl aber keinen Platz und kein freies Gewicht mehr in den Koffern, um selbst die kleinen Gläschen mitzunehmen, es sei denn wir kaufen uns selbst noch einen Koffer.

Haus mit Einsturzgefahr in Puebla

Einfurzgestahr

Die Glassachen haben wir noch schnell um die Ecke ins Auto gebracht, dann sind wir wieder beim Glasladen vorbei durchs Verkehrschaos und über einen kargen Mittelstreifen, dem man die Trockenzeit durchaus ansieht, in Richtung Zentrum weiter. Auf dem Weg waren einige einsturzgefährdete Gebäude zu sehen, wohl noch den Erdbeben in Oaxaca und Union Hidalgo im Herbst geschuldet.

Noch mehr bunte Gebäude ohne Risse

Noch mehr bunte Gebäude ohne Risse

Bunte Gebäude ohne Risse

Bunte Gebäude ohne Risse

Dulces típicos Puebla

Dulces típicos

traditionelles Haus in Puebla

Hat auch was

Viel Buntes, was nach Kolonialzeit aussieht, hatte es wohl auch unbeschadet überstanden oder war inzwischen schon schnell wieder repariert. An der Dulcería tipica wurden uns dann gleich noch ein paar Süßigkeiten zum Probieren angeboten, die vorallem dem Töchterlein gut gefielen.

Tianguis Calle 3 Oriente

Kitsch kommt nicht zu knapp

Direkt daneben beginnt der Straßenmarkt in der Calle 3 Oriente, zwischen Unibibliothek und zócalo. Dort gibt es mehr Massengefertigtes, als man es aus Atlixco gewohnt ist, wo eher Obst und Gemüse ohne Ende zum Schleuderpreis angeboten wird.

Xenomorph-Schädel auf tianguis

Member?

Pop culture references gab es auch ein paar, wie das Xenomorph aus Ridley Scotts Alien.

Predatorfigur aufm tianguis

Yuo ah won ahgly madaf*kör

Beziehungsweise den Predator, aus dem gleichnamigen Film mit Arnie.

"Mein Kampf" auf dem tianguis

Lucha Libre?

Oder dieses Parteiprogramm einer gewissen Vereinigung, die ihre Mitmenschen teils als „kleine Halbneger“ bezeichnet. Whoops, was? Ähh ich meine: Leichte Lektüre.

Fahrrad mit ordentlich Licht

Und es wird immer einen geben, der behauptet, er hätte den nicht gesehen

Von dem ganzen Kram hat mich rein gar nichts angemacht, vorallem der bunte Kitsch nicht. Besser fand ich das Fahrrad, das nebenan geparkt stand und mit fünf Front- und sieben Rücklichtern glänzen konnte. Naja und dann noch das saucoole Nummernschild aus Panama hinten dran.

Chapulines

Er meinte ich darf ihn gern fotografieren … vielleicht dachte er, er wäre nicht mit drauf?

Um die Ecke auf der Calle 6 Sur habe ich dieses mal die Chance ergriffen endlich die Chapulines zu probieren. Dafür war ich 2011 zu feige gewesen und 2015 hatte es sich nicht ergeben, weil wir, wie schon vorher mal geschrieben, fast die gesamte Zeit im Hochland mit fieser Erkältung flach gelegen haben. Eine kleine Portion mit allem habe ich mir bestellt.

Chapulines in der Tüte

Inzibinzi-Portiönchen

Calle 6 Sur in Puebla

Calle 6 Sur in Puebla

Straßenansicht im Zentrum von Puebla

Schönes Licht

So ein wenig die Knusperinsekten mit Chiliflocken, scharfer Soße und Limette futternd bin ich den anderen hinterher weiter die Straße entlang zum nächsten Markt auf der Plazuela de los Sapos, wo wir der Kinder wegen eine Pause an einem Brunnen eingelegt haben.

Pitbull?

Mr. Worldwide

Dort den Rest etwas piekseriger Krabbelviechter mampfend haben wir noch die mexikanische Variante von Pitbull gesehen.

Objektive auf der Plazuela de los Sapos

Schwarze Röhre mit etwas Glas drin? Shut up and take my money!

Und ein paar Meter weiter einen Stand, der mich natürlich sofort angesprochen hat mit alten F-Mount-, Canon-FD- und OM-Zuiko-Linsen, neben ein paar MF-Kameras oben drauf. Bei letzteren habe ich erst gar nicht auf den Preis geschaut, um nicht in Versuchung zu geraten. Lediglich bei den Zuikos habe ich mal geguckt, ob nicht durch Zufall eine der Vergrößerungslinsen mit dabei wäre. Wie zu erwarten gab es jedoch nur langweilige Billigzooms.

Fahrradweg im Zentrum von Puebla

Nette Idee?

Eine Ecke weiter führte unser Weg am Tempelkloster vom heiligen Jéronimo vorbei, von dessen Dach wohl Brocken als auch Taubenkacke herunterfallen konnten, was erklärt warum die meisten Leute auf dem Fahrradweg gelaufen sind, der aber sowieso abseits von Mountainbikes nur von Quads und Offroadmotorräden befahren werden könnte.

Puebla zócalo

Puebla zócalo

Und führte uns zum zócalo mit seinen zich Verkäufern von Spiel, Spaß und Snacks.

Kathedrale Puebla

Kathedrale Puebla

Statt in die Kathedrale, sind wir diesmal nur zu Kaffee und Eis eingekehrt und waren nach etwa 15 Straßenverkäufern und Bettlern, die alle unsere Kinder, speziell Lily, angrapschen mussten so genervt, dass wir trotz Mittagshunger nur noch zurück zum Auto wollten.

Joni mit den Großeltern

Watt, mich wollen die anfassen mit ihre Pipigriffel?

Hurra hurra, die Eltern sind da

Popo hinter Häusern

Popokrater

Am Morgen des 22.12. war besonders klare Luft und man konnte ziemlich gut die Vulkane sehen. Außerdem sollten im Verlaufe des Tages meine Eltern kommen. Natürlich hatten uns die Kinder dank Jetlag wieder recht früh wach gemacht, sodass vor dem Frühstück, bzw. nach dem Sonnenaufgang noch Zeit war ein bißchen bird watching im Garten zu machen.

Vogel mit gelben Flecken

Pieps

Eigentlich wollte ich ja nur den Kolibri festhalten, der dort öfter zu Gast ist, aber das gestaltete sich schwierig und es waren auch noch ein paar größere, langsame Vögel da, die auch ganz nett aussahen.

Eigelb

Hä!?

In der Zwischenzeit hatte Myriam ein paar Eier zum Frühstück gekocht, aber da das mit dem Hohenunterschied und der Kochzeit so eine Sache ist, wurden die eher hartgekocht. Stört mich jetzt nicht so sonderlich, aber Lily wollte entsprechend nur das Eiweiß essen und hat das Eigelb schön abgepult auf dem Teller liegen lassen.

Avocadostulle

Eigentlich muss man sich so richtig daran überfressen so lange man hier ist

Gegen Elf sollten dann so langsam meine Eltern eintreffen, die über D.F. geflogen und mit der Estrella Roja nach Puebla gefahren kamen. Von der Busstation abholen hat sich aber keiner von uns beiden so richtig getraut, ohne erneute Eingewöhnung in das Straßen- und Verkehrschaos hier, für das man allermindestens vier Augen benötigt, um nicht ständig ge-T-boned zu werden. Also wurden die beiden schändlicherweise aufs Taxi verwiesen, um nach Lomas zu kommen. Wie wir später festgestellt haben, wäre die Autovermietung von meinen Eltern gar nicht so weit weg gewesen vom Busterminal und es wäre womöglich sogar gut gewesen nur direkt das Taxi dort hin zu nehmen. So aber kamen sie kurz vor Mittag an und ich sah das als Anlass endlich mal Avocadostulle zu machen, so wie früher. Fehlte nur noch das Chilorio.

Lily mit Großeltern

Spaziergang mit den Großeltern

Als die beiden halbwegs angekommen waren sind wir alle zusammen auf einen Nachmittagsspaziergang zum nächstgelegenen Spielplatz.

dicke piñata

dicke piñata

Auf dem Weg haben wir noch eine derartig große Piñata gesehen, da hätte unsere vom Agüevo zuhause (das, wie ich gerade beim Raussuchen des Links gelesen habe, leider zugemacht hat) sogar mit Spitzen hinein gepasst.

leere Lotes

Da könnte man doch gut was Ansprechendes hinbauen

Außerdem scheint es auch in Lomas noch eine gute Anzahl leere Lotes zu geben, also falls jemand ein Häuschen im ewigen Frühling bauen will …

Straße in Lomas

Büssken leer

Wobei es doch weniger grün erscheint, als El Cristo, aber es fehlt halt auch der Golfplatz in der Mitte, der auch wenn man nicht spielt einen schönen Anblick bietet. Dafür sind die Straßen und Fußgängerwege in etwas besserem Zustand, sodass man vorallem letztere benutzen kann. Wird ja hier nicht unbedingt großgeschrieben, das Zufußgehen.

Lily mit Schneemann

Sonne, 30°C … Schneemann

Witzig war natürlich weiterhin der ganze Weihnachtsschmuck während wir im T-Shirt gut bedient waren.

Oldtimer

Batmobil?

Eine Ecke weiter stand noch ein eher klassisch aussehender Wagen in der Einfahrt und wurde vom Popo zugestaubt.

Oldtimer von hinten

dat booty

Vielleicht eher was für den Teil meines Freundeskreises, der sich für Autos interessiert. Hehe.

Palmen und Weihnachtsmann

Palmen und luftloser Weihnachtsmann

Schneemann und Stiefel mit Palme

Herr Schneemann, Sie tragen hoffentlich Sonnencreme!

Klettergerüst

Eigentlich genug Leute, um ein Kind zu bespaßen

Der Spielplatz besteht aus einem ganzen Klettergerüst mit einer Rutsche, zwei Schaukeln und einer Kletterleiter. Das ganze auf einer in der Trockenzeit eher traurig aussehenden Wiese.

Trampolingestell

Ein Schatten seiner selbst

Theoretisch gäbe es auch ein Trampolin, aber da fehlte irgendwie der stoffige, hüpfige Teil.

Safty for vryon

Safty for vryon

Direkt neben dem Klettergerüst stand am Straßenrand ein wunderbar verchromt in der Sonne glänzendes Auto mit diesem seltsamen Rechtschreibfehler drauf.

Verchromter BMW

Ordinär, aber gut

Ein paar Tage später wurde es abgeschleppt. Wohl aber nicht der Orthographie wegen.

Mehr Entlüftete

Mehr Entlüftete

Zurück sind wir einen etwas anderen Weg gegangen und haben noch mehr schlappe Weihnachtsfiguren auf den Wiesen liegen sehen, die die Dämmerung abgewartet haben.

Tschö mit ö

Tschö mit ö

So kamen wir auch noch am Eingang zum fraccio vorbei, wo wie erwähnt Weihnachtsmann und Schneemann Arm in Arm grüßen oder wahlweise im Rückspiegel verabschieden. Bei 30°C.

Kolibri im Garten

Endlich halbwegs den Kolibri festgehalten

Zurück im Haus konnte ich dann mal den Kolibri fotografieren, wenn auch nur aus 6m Entfernung quer über den Garten. Aber immerhin an den roten Puschelblüten.

1kg de carne al pastor

Wuhu, 1kg de carne al pastor

Zum Abend haben wir dann tatsächlich auch gleich die Option des Vortages in Anspruch genommen und nach dem Einkaufen schön ein Kilo carne al pastor beim Tripoli geholt und zuhause verspeist. Oder es zumindest versucht. Wunderbare Sache mit dem ganzen Zeug dazu, nur die Soße hat uns richtig fertig gemacht.

Inzibinzi Maistaco

Inzibinzi Maistaco

Erstmal auskurieren

Myriam mit den Kindern im Chedraui Lomas

Auswahl im Chedraui

Als wir am ersten Tag in Lomas nach dem morgendlichen Aufwärmen, meiner Dokumentation des Hauses und Frühstück einigermaßen fertig waren mit Rumlungern und die Kinder auch etwas ausgeruhter waren, sind wir mal zusammen zum westlichen Eingang an der Atlixcayotl gefahren, wo sich ein großer Chedraui-Supermarkt befindet, wie wir ihn ja schon von den letzten malen in Tulum kannten und wo ich am Vorabend, dem nach unserer Ankunft, das Nötigste eingekauft hatte. (Tatsächlich gab es keinen Lappen, kein Geschirrtuch und keinen ordentlichen Spülschwamm im Haus, was ohne Geschirrspüler ganz günstig wäre.)

Tacos mit Ananas, Koriander, Zwiebel

Los primeros tacos de las vacaciones

Neben einem weiteren Einkauf zu viert mit etwas mehr Zeit sich mal umzusehen und zu überlegen was wir so bräuchten, um uns wohlzufühlen haben wir dann auch gleich was zum Mittagessen gesucht. Gegenüber des großen Markts, der Kaufland, Costco oder Target nicht ganz unähnlich ist, befindet sich eine zweistöckige Geschäftspromenade, in der uns natürlich als erstes der Tacoladen Tripoli aufgefallen ist. Ohne Zeitdruck haben wir ein mal Querbeet geordert und dann noch eine Portion 250g carne al pastor hinterher bestellt, als wir gemerkt haben, dass das nicht ganz reicht. Da bekam man selbstverständlich nen Stapel Tortillas zum Einrollen und condimentos in Form von Zwiebel, Koriander, Ananasscheiben und scharfen Soßen dazu. Noch eine consommé de pollo für mich und ein agua de jamaica für Lily und mich dazu und der Deal war komplett. Wir gingen gut gesättigt für muy pocos Euros da raus und haben das schon gleich mal vorgemerkt, sollten wir mal nicht weiter wissen mit Essen. Zumal das Fleisch gut gewürzt war und man natürlich auch 500g oder 1kg bestellen konnte.

Frau und Tochter in der Nachmittagssone

Bißchen vom Balkon gucken in der Nachmittagssonne

Nach unserer kleinen Einkaufs- und Essenstour, die etwa 5-10min. Fahrt in jede Richtung bedeutet, habe ich ein paar von den Klappstühlen aus dem Muchacha-Außenbereich auf den Balkon zur Straße getragen und wir haben dort ein wenig die Wärme der Sonne genossen, auf die wir uns natürlich schon lange gefreut hatten.

Die Kinder unterwegs aufm Balkon

Wunderbar warm, super für den 21.12.

Für Jonathan sind die Absperrungen hier allerdings etwas ungünstig oder eher ist es so, dass sie uns Sorge bereiten, weil er es vermutlich schaffen könnte seinen Kopf unter den Scheiben hindurch zu zwingen und sich in einem unwahrscheinlichen Szenario drunter durch zu stürzen.

Hand unter dem Geländer

Bisken viel Platz

Myriam und Joni

Mutt man den halten

Bislang hat er zwar keine solchen Neigungen gezeigt, aber man muss ja nur ein mal nicht hingucken. Also mussten wir natürlich auch beim Nichtstun gut aufpassen und den kleinen immer mal wieder einfangen, wobei man sich dank der Plastik-Klappstühle, an denen man sich prima statisch aufladen kann, immer einen ordentlichen Schlag eingefangen hat, sobald man irgendwo geerdet wurde.

Nochmal die Zylinderbäume

Bäume in (r, φ, z)

Wie ich schon am Nachmittag zuvor bemerkt hatte, kann man vom Balkon aus immerhin die rechte Seite des Popos sehen. Die andere ist leider durch neu gebaute Häuser verborgen. Ansonsten wäre sicherlich auch die Aussicht vom Dach ziemlich gut auf den rauchenden Berg (wörtlich übersetzt).

rechte Popohälfte vom Balkon

rechte Popohälfte vom Balkon

Ähnlich wie in El Cristo damals wird hier auch um die Wette geschmückt mit Weihnachtskitsch als wären wir in Whoville.

Alles heiße Luft

Alles heiße Luft

Kommt man ins fraccionamento gefahren begrüßen einen schon LED-beleuchtete Zuckerstangen, bunte Lichterketten an den Palmen und ein aufgepusteter Schneemann neben einem Weihnachtsmann. An einem der Nachbarhäuser finden sich Krippenspiel, ein über 2m hoher Weihnachtsmann und ein Pinguin, der je nach Luftdruck aus dessen Topf am Ende des Schlittens gestiegen kommt und ein Geschenk in den Flügeln hält, ein ebenfalls gute 2m hoher Elch/Rentier, Lichterketten am Dach und ein weiteres Krippenspiel im Fenster im ersten Stock. Wobei das sicherlich noch nicht alles ist, sondern nur das, was man auf den ersten Blick sieht.

Krippenspiel im Fenster

Man hat ja ooch sonst nischt zu tun

Weitere Weihnachtsutensilien umschließen nervend blinkende Lichterketten, Rehgestelle und Zuckerstangen in Vorgärten.

Weihnachtsdino

RAWR Weihnachten!

Etwas cooler ist ein paar Häuser die Straße runter der ebenfalls mehr als mannshohe Weihnachtsdino.

Zanate mexicano

Hier alle möglichen Police-Academy-Geräusche hin denken

Ganz praktisch ist, dass in den Zylinderbäumen die mexikanischen Elstern sitzen und ihre merkwürdigen Geräusche zur Dämmerung zum Besten geben und man mit ihnen quasi auf Augenhöhe ist, sich aber noch weit genug weg befindet, um nicht innerhalb von deren Fluchtdistanz zu sein.

Malinche vom hinteren Balkon

Malinche vom hinteren Balkon

Das diesmalige Häuschen

Zylinderbäume estilo México

Mit zwei angeschlagenen Kindern sind wir dieses mal quasi gezwungen die Sache noch etwas ruhiger anzugehen, als mit der Woche Grippe 2015 schon. Andererseits haben wir auch eine Woche Puffer mehr, insofern sollte es hoffentlich aufgehen.

Wenn man den Platz hat

Abgesehen davon haben wir natürlich eh keine größeren Ambitionen mit den Kindern irgendwelche längeren Tagesausflüge zu machen so wie früher. Bringt ihnen ja nichts und ist bloß anstrengend, wenn wir uns pueblos mágicos ansehen anstatt Seen, Spielplätze und Meer. Wobei Cuetzalan mit Wasserfall … aber ne, das dauert 3h da hin mindestens und das Wasser ist eisekalt. Aber die Voladores mit Drohne filmen und überhaupt da durch die Täler fliegen, das wäre mal was. Die Stadt postet ja auch selber immer so schöne Videos.

Krähennest überm Wohnzimmer

Auf jeden Fall haben wir den ersten richtigen Tag hier der Erholung halber größtenteils in und ums Haus verbracht und gleich mal ein paar recht kalte Nächte gehabt, sodass es morgens dank der mexikanischen Bauweise auch ein Weilchen gedauert hat bis halbwegs brauchbares Klima war. Wobei die Kinder uns auch gegen halb bis um vier wach gemacht haben, da steckt einem natürlich eh noch die nächtliche Kälte vormittags länger in den Knochen, als wenn man ausgeschlafen zu Sonnenschein aufwacht.

Der Gang ins nichts

Auf jeden Fall habe ich die Zeit des Rumlungerns natürlich auch genutzt, um mir nochmal ein wenig das Haus anzuschauen und die mir am merkwürdigsten erscheinenden Dinge für hier abzulichten. Wie viele Häuser in den fraccionamientos hier ist auch dieses ein Mix aus amerikanischer Architektur und mexikanischen Vorlieben. Im Erdgeschoss befinden sich Küche, Essbereich, Wohnzimmer und Muchacha-Raum mit Waschmaschine und Trockner und im ersten Stock die Schlafzimmer und komplette Bäder.

Oi!

Am auffälligsten ist vermutlich das Schlafzimmer zum Garten, das komplett auf Großbritannien ausgerichtet ist, wie man sehen kann. Naja, bis auf die Überdecke mit Union Jack, die ich kurz vorher der besagten Morgenkälte wegen aufs Wohnzimmersofa befördert hatte, wie man auf dem Foto zwei weiter oben sieht.

Schesselongsch

Vorhänge, Schrank und Sofa bezeugen jedoch das Thema. Das kann man aber immerhin kindlicher Faszination zuschreiben, im Gegensatz zu dem Gang vorm Zimmer, der über den Essbereich führt und über das Wohnzimmer blickt. Dieser führt zu einem schmalen Balkon, der auch über die hinter den Harry-Potter-Vorhängen verborgene Tür erreichbar ist. Was man da drauf jedoch soll ist mir etwas schleierhaft. Immerhin die Malinche kann man durch zwei Häuser hindurch sehen, aber eigentlich ist der Balkon zu schmal, um darauf sinnvoll etwas zu tun, durch den Gang und die Treppe zu weit weg von der Küche, um darauf etwas anzurichten und der Garten zu karg und trostlos, um den Ausblick zu genießen.

Whhyyyyy

Auf der anderen Seite des Mr.Bean-Zimmers führt eine Tür ins Bad. In ein Durchgangsbad. *schauder* Warum man sich sowas ausdenkt weiß der Geier. Will man wirklich für sich sein, muss man zwei mal quer durchs Bad rennen, um zwei Türen abzuschließen, was aber dank ungleich verteilter Lichtschalter auch nötig ist, wenn man aus der anderen Richtung kommt. Sonst sitzt man im Dunkeln.

Ähhh … ?

Denn auch bei Tageslicht sind Toilette und Dusche durch klapprige Türchen abzutrennen, die ganz im amerikanischen Stil etwa 30cm über dem Boden offen sind, sodass man prima drunter durch krabbeln könnte, wenn das dank der etwas eingerosteten Schienen (oder vielleicht war es schon immer so?) erforderlich sein sollte.

Are ya ready, kids?

Auf der anderen Seite des Bades, zur Straße hin, befindet sich das Spongebob-Zimmer. Das Zimmer mit dem kleinsten Fernseher im ganzen Haus, welches meine Eltern als Schlafzimmer auserkoren haben, weil es wiederum das zweitgrößte Bett hat. Das größte Bett haben wir uns zu viert reserviert, damit wir wie immer nebeneinander schlafen können.

Blick über den Muchachagang

Aus dem Spongebobzimmer kann man auch am Durchgangsbad vorbei über den Muchachagang gucken, der wenig glamourös zwischen den zwei Betonwänden der angrenzenden Häuser lang in den Garten führt. Für mich umso interessanter ist natürlich die Leiter aufs Dach (wo sich Gas- und Wassertank und eine eventuelle Aussicht auf die Vulkane befinden), die jedoch selbst nur per Klappleiter oder aus dem Badfenster heraus erreichbar ist.

Durchgänge en masse

Dreht man sich zurück, kann man vom Spongebobzimmer ins Durchgangsbad oder raus auf den Gang, zur Treppe oder zum gegenüber liegenden Masterbedroom.

Herein herunter

Der Masterbedroom guckt wiederum durch einen Schacht zum Wohnzimmer. Eine Art Atrium? Auf jeden Fall befindet sich darin eine Bananenstaude Monstera und noch paar andere Sträucher und die großen Fenster sorgen dafür, dass relativ viel Tageslicht ins Wohnzimmer kommt. Auf jeden Fall könnte man so gucken, ob die Kinder noch spät Fernsehen gucken … oder so.

El Schachto mit dem Blick vom Elternschlafzimmer zum Wohnzimmer

Natürlich ist alles grünlich verglast, damit bloß nicht zu viel warme Sonne ins Haus gelangt. Hach, sie wissen bei all der Sonne das hammer Wetter hier einfach nicht zu schätzen!

Das Familienbett

Für Privatsphäre sorgen die rosa Vorhänge an beiden Seiten des Zimmers. Als eine der ersten Aktionen hier habe ich das Monster von Massivholzbett unter Aufbringung all meiner Kräfte und Bodenhaftung aus der Mitte des Raumes zum Fenster ins Haus hinein geschoben, damit wir eine Seite haben wo Jonathan nicht raus kullern kann. Obwohl die Fenster hier überall nur einfach verglast sind, befinden sich an diesem praktischerweise etwas über Betthöhe zwei Metallstangen, sodass man auch keine Sorgen haben muss da zu doll gegen die Scheibe zu stoßen.

Stylish

Auf der anderen Seite geht ein Balkon zur Straße raus, auf dem man den ganzen Tag Sonne hat, somit also auch schnell mal was trocknen kann, wenn man vom Wasserhahn im Elternbad vollgesprüht wird, der immer etwas overexcited loslegt. Oder wenn man einfach zu lange im kalten Haus war und sich mal aufwärmen muss. Das macht einen Unterschied von geschätzt 10°C, wenn nicht gar drüber.

Back in the nineties I was in a very famous teeeeveee show

Geht man die Treppe runter, steht man zunächst mal vor diesem Elektrokamin, der aber nicht angeschlossen ist. Ansonsten wäre es sicherlich die ersten Abende etwas gemütlicher gewesen, aber andererseits wird es hier ja auch nicht sooo kalt. Jedoch die ganze Pferdedeko, ein Teil derer sich zunächst auf dem Esstisch befand, welchen ich dann auch auf den Kamin geräumt habe, um ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen … nunja.

Don’t act like youuuu don’t know

Dazu noch Puppen und Plastikblumen und man weiß überhaupt nicht mehr was das eigentlich alles soll.

Öhhhh

„Angie“

Natürlich wird aber nicht an Krachmachern gespart, sodass man bei Bedarf ganz gut Mucke ballern kann, was nett ist.

Das Zentralstück des Esstischs

Angenehm groß ist der quadratische Esstisch mit seinen 12 Sitzplätzen. Nur entsprechend der Tischlerkunst, die wir aus El Christo gewohnt sind, ist das Ding teilweise recht wackelig für seine Größe. Andererseits kann man den halben Tisch mit Elektronik und anderem Gedöhnse voll stellen und hat trotzdem noch mehr als genügend Platz mit vier Erwachsenen und zwei Kindern dort zu speisen.

Hach ja, man kennt es

À propos Tischlerhandwerk: In der Küche gehen natürlich auch die Schränke nicht ordentlich zu, alles mögliche an Türen und Schubladen schleift oder schließt nicht richtig und läuft nicht auf ausziehbaren Schienen, sodass man sich gut mal ne Schublade voller Porzellan auf die Zehen hauen kann, wenn man sie so weit aufzieht, dass man auch sieht wonach man sucht. Oder man ist einfach nicht sonderlich hoch gewachsen, geht natürlich auch.

Küchentisch

Über der Spüle findet sich ein weiterer Anschluss für Kabelfernsehen und Strom, so wie eine Wandhalterung VESA 50, denn schließlich kann man schlecht Geschirr abspülen, wenn nicht aus 4 verschiedenen Zimmern 4 verschiedene Netflix-Serien tönen.

Ähhhh

Wie, watt? Wie rum muss ich denn jetzt drehen? Riecht es hier nach Gas?

Beim Gasherd ist einer der Knöpfe nur falschrum anzubringen und einer fehlt komplett. Kann man mit leben, ist aber trotzdem leicht merkwürdig.

Mampfi mampfi

Am besten ist jedoch was man in den Schränken noch von den Vormietern findet. Neben diversen halb verbrauchten Soßen, Mehl, Desinfektionsmittel für Tiere, Lebensmittelfarbe und einem halben Weißwein in der Pappverpackung, den wir genau so auch im Kühlschrank stehen lassen werden ist das beste noch eine Zahnspange im Fach über dem Ofen.

Hm

Von der Küche aus blickt man beim Geschirrspülen auf den wie schon beschrieben etwas kargen Garten. Können halt nicht alle sonen Seramis-Daumen haben wie Mutti. Immerhin mögen die Kolibris die Pflanzen, die an dem Weihnachtsbaum hinten in der Ecke hoch wachsen und holen dort regelmäßig morgens Nektar aus den nach Flaschenbürste aussehenden, knallroten Blüten und verweilen dann meist noch auf einem der unteren Zweige.

Blick aus Wohnzimmer und Essbereich

Trotz allem fühlt man sich hier nach einigen Tagen heimisch. Man hat haufenweise Platz, kann sein eigenes Ding machen und hin und wieder die Nachbarn überraschen, indem man verrückte Dinge macht wie auf dem Gehweg laufen oder den straßenseitigen Balkon zu benutzen, statt sich im Garten zu verkriechen.

Katzenklappe ohne Klappe im Muchacha-Raum

Nur der stinkende Abfluss im Elternbad ist nicht so richtig zum dran gewöhnen und brachte folgende Unterhaltung am ersten Abend

Jacob: Puh, riecht ganz schön … nach Abfluss hier, irgendwie

Lily: Papa?

Jacob: Ja?

Lily: Ich find das riecht nach Leute-Kacka.

Jacob: Ja …

Mal wieder hier

Frau und Kinder

Ich glaube schon seit letztem mal oder vielleicht auch seit unserem längeren Aufenthalt 2011/12 hatten wir uns überlegt nochmal Weihnachten in Mexiko zu verbringen und das sagenhafte Hochlandklima von Puebla am 24. zu genießen. Letztes mal waren wir ja nun zum Heiraten im Frühjahr in MX und haben somit in meiner zweimonatigen Elternzeit Kind Nr.1 legitimiert, was natürlich auch sehr schön war. Da zwei Jahre später mit Kind Nr. 2 nochmal die Option auf Elternzeit und somit einen langen Urlaub stand, haben wir beschlossen uns auch mit zwei Kindern den langen Flug und eventuelle Fahrerei anzutun und sind nach einiger Überlegung ob es nicht nach NZ gehen sollte (wo sich nun zur gleichen Zeit meine Cousine mit Mann und Kindern aufhält) doch wieder bei unserem Lieblingsland Mexiko hängen geblieben.

Schnellzug

Günstigerweise haben wir durch geschicktes Reservieren von Myriam die ganze 4er-Reihe an der Wand im Flugzeug bekommen, wo man seine Beine ein wenig austrecken kann und auch Platz hat die Kinder zu manövrieren.

Unglücklicherweise ging die Wochen vorher daheim natürlich einiges an Erkältungswellen rum, was über die Kinder auch zu uns mit kam, wie zuletzt leider auch die aggressive Magen-Darm-Grippe, die zum Ende 2017 durch Deutschland fegt, sodass es in der Nacht nach unserer Weihnachtsvorfeier mit der Familie am 16.12. bei Kind Nr. 2 gegen halb eins mit Kotzerei losging. Da wir nicht unbedingt zwischen halbverdauten Käsespätzle schlafen wollten, musste somit auch die Bettwäsche gewechselt werden. Nach ein paar weiteren, kleineren Eumeleien hatte es sich zu Tagesbeginn auf das übliche Babymilchgeblubber eingeschränkt und wir haben unser möglichstes versucht uns und Kind Nr. 1 vom Babysabber fern zu halten.

Sitzen wie ein L

Wie wir in der Folgenacht feststellen mussten, war letzteres selbstverständlich nicht sehr erfolgreich, weil es dann wieder gegen halb bis dreiviertel eins bei Kind Nr. 1 mit Essensgegurgel losging. Also ein weiterer Bettwäschewechsel und bei uns die Panik, ob es uns nun die Folgenacht erwischen würde und die Frage wie zum Teufel wir es schaffen sollten uns mit zwei Kindern und Koffern zum Flieger zu schleppen, während uns das Essen des Vorabends wieder durch den Kopf ging und die Erkältung wütet.

Diese Sorge bewahrheitete sich immerhin nur bei mir, weil Myriam noch Stillhormone hat oder sowas. Etwas verspätet wurde ich 1:45 Uhr vor unserem Flug mit diesem seltsamen Gefühl wach und war zunächst sehr verwirrt was das denn nun zu bedeuten hatte. Das klärte sich wenig später, als ich nochmal sämtliche Aromen des Asiahähnchens vom Mittag durchgegangen bin.

Unter besten Voraussetzungen also ging es am Morgen per Straßenbahn und TXL zum guten alten Otto-Lilienthal, um zunächst nach Frankfurt und dann Cancun chauffiert zu werden. Hatten wir uns schlau überlegt, dass wir diesmal über die Karibik fliegen, um einerseits nen kürzeren Flug zu haben und andererseits nicht die blöde Serpentinenfahrerei und das Gedrängel durch Mexikostadt (aka D.F.) nach einem elendslangen Flug.

Endlich da

Das mit der Flugzeit belief sich dann auf ganze 30min. Zeitersparnis und da das International Terminal in Cancun ungewöhnlich abweisend für mexikanische Verhältnisse ist (keine Geschäfte, kein ATM, nix) und die Lufthansels es verpeilt hatten uns die Formas de Immigración in den 11:30h des Fluges zu überreichen, die wir dann zwischen Tür und Angel noch ausfüllen mussten während die einen Flugbegleiter uns rauswerfen, die anderen nicht raus lassen (??) wollten, hatten wir noch einen derartigen Stress nach einem recht machbaren Flug, dass wir eigentlich auch noch genau so gut in einen zweiten Flieger Richtung Puebla hätten steigen können, wenn es denn abends noch einen geben würde.

Centro de Abastos

Denn nachdem wir die Formas ausgefüllt hatten und ungewöhnlich schnell durch die Immigración waren fingen die Schwierigkeiten mit dem Hotel-Shuttle an, das STA Travel angeblich für uns gebucht hat. Zielstrebig sind wir an den ganzen „Taxi, Taxi good price!“-Marktschreiern innerhalb des Flughafengebäudes vorbei und mit Kindern und Koffern durch die tropische Hitze zum  Parkplatz für die shuttles und Minibusse, wo uns auch der Herr von der Touristeninformation hin verwiesen hatte. Zwischen Hertz, National, Alamo usw. war aber von Comfort Inn nichts zu sehen. Hilfsbereit wie die Mexikaner nunmal sind, wurden wir nach kurzem Suchen von einer Dame sogar auf Deutsch angesprochen, ob sie uns denn helfen könnte, aber auch bei den Taxis und Shuttleservices, die alle per du sind, wusste keiner etwas von STA Travel (wenig verwunderlich) oder Comfort Inn. Letztlich verwies man uns auf den anderen Ausgang, der an einem unbeleuchteten Seitenweg lag.

Ami-Pickups im Lebensherbst

Diesen zu durchqueren wurde uns von der dort arbeitenden Dame der vigilancia verwehrt und wer weiß, ob wir mit den Reisekoffern überhaupt durch die engen Drehkreuze gepasst hätten. Stattdessen verwies sie uns auf den Haupteingang für Abholservices: Da wo wir grade herkommen waren. Just in diesem Moment kam ein Taxifahrer o.ä. von draußen rein, der uns ebenfalls seine Hilfe anbot und so nett war für uns beim Hotel anzurufen, was uns – bei zweifelhaftem Ergebnis – 5€ die Minute aufwärts gekostet hätte.

frittiertes, mexikanisches Essen am morgen

Man müsse das shuttle 24h im Voraus reservieren – ja kein Problem, sollte STA Travel vor 6 Monaten gemacht haben – und überhaupt sei es jetzt schon zu spät, das führe ja nur bis 21:00 Uhr – okay, aber dann könnte man dafür ja keine Reservierung machen mit einem Flug, der 20:30 Uhr oder so erst landen soll und, ach was solls, er würde um 22:10 Uhr noch ein Shuttle schicken mit dem wir fahren könnten. Puh, diskutieren hat sich gelohnt, um aus unserer verzweifelten Lage ohne Geld und ohne Telefon zu kommen. Wir sollen einfach an dem Terminal warten wo wir schon vorher standen, der Fahrer käme dann. Dort haben wir noch ein paar Mitreisende getroffen, die in das gleiche Hotel wollten, was dann wiederum zu sorgen führte, ob wir überhaupt alle in den Bus passen würden mit unseren Koffern. Schließlich hatte ich am Telefon von zwei Erwachsenen und zwei Kinden gesprochen.

Marienschrein muss sein, auch an der hintersten Ecke

Wiederum kamen uns drei Herren eines unabhängigen Service zu Hilfe, die abermals für die anderen und uns beim Hotel angerufen haben, zumal der Zeitpunkt für die erwartete Ankunft inzwischen auch überschritten und wir langsam völlig am verzweifeln waren. Schließlich war ja der Sinn der Übung, das wir vor dem nächsten Flug etwas Nachtruhe bekommen. Nach weiterer Diskussion, die die Taxi-Service-Mitarbeiter mit der Hotelrezeption führte, stellte sich heraus, dass der Fahrer zum anderen Terminal gefahren war und wir zurück ins Flughafengebäude und zum anderen Ausgang heraus mussten, der für „family & friends“ reserviert war. (wo es aber eine ATM geben sollte!) Kind Nr. 1 war inzwischen völlig bockig und kaum noch zu irgendwas zu bekommen, sodass wir gerade aus dem anderen Ausgang gelaufen kamen, als der Shuttlefahrer aufs Gaspedal trat. Ein verzweifelter Schrei meinerseits und der Minibus mit der Aufschrift vom Hotel blieb gottseidank stehen. Als wir viere dann grade fertig eingepackt waren und die Fahrt beginnen sollte, kamen auch die besagten Mitreisenden angetrottet, die noch am anderen Terminal ausharren wollten.

Sonnenglut unterm Wolkenband

Während der Fahrt dann der nächste alberne Gedanke: Wenn das Shuttle nicht reserviert war – würden sie dann die Reservierung für das Zimmer auffinden können?

Asbestzentrale oder so … und diese absolut TÜV konformen Aufbauten bei den Pickups

Jedoch als wir mit unseren zwei kleinen Kindern, denen uns mehr oder weniger das Shuttle zu verdanken war, zuletzt am Tresen dran gekommen sind (Danke für die Rücksichtnahme, egoistische Penner), hatten wir auch ratzdifatz den Zimmerschlüssel in der Hand und konnten immerhin nach einer erfrischenden Dusche noch erholsame, knappe vier Stunden schlafen.

Die funky Volariskiste

Leider ist das Flughafenshuttle auch nur ein One-Way-Shuttle, sodass wir am nächsten Morgen abermals vor dem Problem standen kein Geld zu haben, denn für die ATM war ja in der Eile keine Zeit mehr gewesen. Die Taxis am Flughafen akzeptieren nämlich liebend gern VISA, die zum Flughafen nur harten Cash.

Der recht mexikanischen Wegbeschreibung folgend fand sich tatsächlich etwa 100m hinter dem Hotel, vorbei an zwei straßenseitigen Essensständen, die wohl in die Kategorie „speckiger Löffel“ fallen und aus denen es lecker roch, eine Bank und da auch noch der Kurs gut stand, habe ich uns erstmal 2000$ MXN abgehoben. Etwa 85€ oder so. Ein Problem weniger.

Fluffytropenwolken

Tatsächlich war das Frühstücksbuffet dann auch gar nicht schlecht, ebenso wie die Betten, sodass man das Comfort Inn Cancun guten Gewissens als Übergangshotel empfehlen kann, wenn man es denn schafft dort hin zu gelangen.

Guckapparat

Mit den Pesos gewappnet sind wir nach dem Frühstücksbuffet per Taxi zum Flughafen, dessen Terminal für nationale Flüge oder zumindest Flüge auf den gleichen Kontinent schon wesentlich mehr zu bieten hat und dort in den Volarisflieger für den kleinen Hopser Richtung Puebla.

Bergöhh!

Kind Nr. 1 wollte natürlich am Fenster sitzen, dann aber zum Seriengucken die ganze Zeit die Jalousie zu haben, sodass ich nicht rausfotografieren konnte. Allerdings war ihr dann auch schlecht, obwohl sie die Kotzerei ja eigentlich schon in Berlin hinter sich gelassen hatte. Die Reisekrankheit hat sie wohl leider von ihrer Mutter mitgenommen. Aber gut, solange das Immunsystem auch etwas mehr von der mütterlichen Seite mitnimmt, ist es wohl fair. Bis zum holperigen Landeanflug halfen noch Schlückchen Wasser und Kekse, doch dann musste die Hoffnung aufgegeben werden und es war jeden Moment damit zu rechnen, dass die Tüte benötigt würde.

Oh, die Malinche! Und davor natürlich die Planta VW.

Obwohl wenig Gegenwind zu sein schien, wurde selbst mir ein wenig mulmig ob der viszeralen Antigravitation bei manch einem Hüpfer gen Boden, sodass ich gut verstehen konnte warum unser Mäuschen am Weinen war vor Übelkeit. Sie hat jedoch tapfer ausgehalten und nach der Landung ist sie auf dem kurzen Weg vom Flieger ins beschauliche Flughafengebäude eingeschlafen.

Popo und Izta auch bei solch klarer Luft

Dort erwartete uns schon Jose Luis Farfán Junior, der uns in seiner Mittagspause die Kindersitze vorbeigebracht hat, die seine Schwester Ale von einer Freundin geliehen hat. Wie unglaublich lieb diese Farfáns sind! Ich weiß gar nicht wie wir ihnen gebührend danken sollen.

El Farfágüar

Immerhin, den Mietwagen zu übernehmen, den wir erst wenige Tage zuvor reserviert hatten ging ziemlich schnell, sodass wir gleich raus zum Parkplatz, zurück in das angenehm trockene und warme Hochlandklima konnten.

Dort passierte dann das Unglück. Während Myriam und José gerade geschaut haben wie man die Kindersitze im Auto unterbringt hat Lily sich aus dem Schlaf heraus über sich, mich, die Trage und ihr Sonnenbrillenetui erbrochen. Keine schöne Art aufzuwachen.

Alles blöd

Also war statt schnell zum Haus fahren, ankommen und ausruhen erstmal Reinigungsaktion und Klamottenwechsel angesagt. Selbstverständlich ging es Lily danach auch nicht unbedingt besser und sie war trotz der warmen Sonne am Zittern.

Hach, dieses Wetter!

Nach 10-15min hat sich unser Mäuschen ein Herz gefasst und beschlossen, dass es weitergehen soll und wir die blöde Autofahrt hinter uns bringen. Da exakt bei unserem VW Vento die Möglichkeit fehlte den Passenger Airbag auszustellen und statt des Schlosses nur eine Plastikabdeckung im Handschuhfach war, mussten beide Kindersitze nach hinten und ich in die Mitte dazwischen, da Myriam ja die geübtere Fahrerin ist und schon mehr vom Mexiko-Chaos geschmiedet und abgehärtet. Das war dann schon ein wenig eng und die Buckelpisten, die man hier teilweise als Straßen schimpft, haben es Lily auch nicht grade leichter gemacht.

Bauch einziehen

Immerhin ist gerade Trockenzeit und der periférico, also die Umgehungsautobahn um Puebla, die wir schon hunderte Male zu unserer Praktikumszeit lang gefahren sind, sah auch nicht schlimmer aus als sonst. Allerdings auch nicht gerade besser. Nur der Teil vor der caseta in Richtung Atlixco hatte sich verändert. Dort durfte man nicht mehr wenden, stattdessen gibt es eine Brücke über die 8(?) spurige Straße, für die man sich hätte rechts halten müssen, wenn man das gewusst hätte. Habe ich selbst mit Google Maps verpeilt, da auch nirgendwo an entscheidenden Stellen Schilder sind, so man es eben gewohnt ist.

Vulkane und Cholula

Also mussten wir einmal die Maut Richtung Atlixco löhnen, kurz hinter der caseta wenden und nochmal zahlen, um wieder Richtung Puebla rein fahren zu können, wo sich auch direkt rechts der Eingang befinden sollte. Nach 30min im Auto mit einem durchgängig auf voller Lautstärke schreiendem und einem Kind, dem übel ist, haben wir auch diesen verpasst und sind ein paar hundert Meter weiter verzweifelt am Straßenrand stehen geblieben, um den Kleinen eine Pause zu gönnen und nochmal nachzufragen, ob das was Gmaps jetzt anzeigte wirklich zum Ziel führen würde oder ob wir abermals mehrere Kilometer auf irgendwelchen Pisten zurücklegen würden für nichts und wieder nichts.

So oder so ähnlich, bis auf dass man inoffiziell direkt hinter der caseta wenden kann und offiziell etwa 100m weiter, so musste ich damals mit dem Fahrlehrer aus Atlixco nämlich nichts zahlen

Das wurde mir immerhin von dem freundlichen Bartender so bestätigt, der gerade am Gläserspülen war und tatsächlich hatten wir 10min. später zum Haus gefunden, wo wir uns nach langer Einweisung durch den Vermieter Miguel endlich ausruhen konnten.

Menú al Chedraui

Ich bin dann seit langem mal wieder Auto gefahren, wofür so ein fraccionamiento beinah die perfekte Umgebung ist, und bin ein mal im überaus amerikanischen Chedraui grocery shopping gegangen, sodass es für uns Erwachsene als Abendmahl noch eine feine Fertigmahlzeit von dort gab. Auf dem Rückweg bin ich in einen nicht ausgeschilderten und aufgrund seiner ernormen Größe, mit mehreren Grundstücken in der Mitte, nicht zu erkennenden Kreisverkehr in die falsche Richtung gefahren, was mir durch Hupe und Lichthupe freundlicherweise klar gemacht wurde. Zurück zuhause musste Lily sich nach einem kleinen Schluck Cola nochmals übergeben und wir sind letztlich einfach alle zusammen nach ein wenig Netflix früh ins Bett.

Patsch, ich komm da ja ran!